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Contact-Tracing-App – die digitale Schutzmaske

Ich werde diese App nutzen. Genauso wie ich auch eine Schutzmaske über Mund und Nase tragen werde. Zu Ihrem und meinem Schutz. Doppelpunkt.

Hermann Hohenberger - mit digitaler Corona-Maske

Hermann Hohenberger – mit digitaler Corona-Maske

Das Corona-Virus greift unsere Gesundheit an. Manche werden nur leicht krank, andere schwer (https://www.youtube.com/watch?v=y7Oh5sj588U) viele sterben. Kein Spaß. Dass es bei uns „relativ“ glimpflich abging liegt an einer dann doch beherzt energische Maßnahmen ergreifenden Politik und an einer stabilen und wohlhabenden Gesellschaft. Vielleicht haben wir aber das Glück der Tüchtigen.

„It’s the economy, stupid!“ Bill Clinton 1992

Das Corona-Virus und die Reaktionen darauf greifen unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand und unsere Freiheit an. Wir können diesen Ausnahmezustand nicht lange durchhalten – und das wollen wir auch nicht. Wir können die Digitalisierung (den Fortschritt, die Wissenschaft) nutzen um Infektionsketten zu brechen. Jede Chance muss ergriffen werden um wirtschaftlich wieder in Schwung zu kommen.

Bis wir einen Impfstoff und ein wirksames Medikament haben bleiben „Social Distancing“ und konsequente „Quarantäne“ zur Unterbrechung der Infektionsketten die Mittel der Wahl. Großflächige Tests und Isolation der Kontaktpersonen von Infizierten flankieren diese Strategie. Wir wissen aber mittlerweile, dass beim „Social Distancing“ sich sehr viele Menschen strikt an die Regeln halten müssen. „Zumindest in der Simulation ist es so, dass Social-Distancing nur funktioniert, wenn wirklich alle mitmachen. Wenn 20% aber nicht mitmachen, dann ist der Erfolg fast vollständig weg.“ (US-Mathematiker Grant Sanderson). Anders bei Quarantäne und Isolation: Wenn man infizierte Menschen schnell erkennen kann erzielt man sehr gute Effekte, auch wenn man 20% der Infizierten nicht erkennt. Schnelligkeit und Präzision sind Stärken der Digitalisierung.

Contact-Tracing-Apps – Funktion und Nutzen

Das Smartphone erkennt andere Geräte in der Nähe und merkt sich die Begegnung. Sollte man selbst erkranken kann man seine „Kontakte“ warnen. Im Umkehrschluss wird man gewarnt, wenn einer der gemerkten Kontakte „positiv“ ist. Das geht schnell und ist effizient. Je nach Ausprägung kann man vor „infizierten“ Personen gewarnt werden wenn man in die Nähe kommt. Und natürlich kann man behördliche Information gezielt darstellen.

Contact-Tracing-Apps – Technik

Smartphones senden und empfangen ständig Daten. Zum Telefonie-Anbieter, zu WLAN-Routern, zu anderen Geräten in der Nähe. Das Funksystem Bluetooth Low Energy (BLE) ist dazu besonders gut geeignet und in den meisten Smartphones integriert. Hier können über kurze Distanz kleine Datenpakete ausgetauscht werden. Wichtig. Bluetooth Low Energy ist nicht das Bluetooth-System mit dem man das Headset anschließt oder die Musik im Auto zum Soundsystem schickt.

Contact-Tracing-Apps – Herausforderungen

Der Teufel steckt natürlich im Detail. Viele Fragen sind noch zu klären. Bis zu welcher Distanz soll erkannt werden? Ab wann wird gewarnt? Was passiert mit den Daten? Einbau ins Betriebssystem (Apple/Google) ja oder nein? Überprüfung der Wirksamkeit im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen? etc.. Keine leichte, aber eine lohnende Aufgabe.

Contact-Tracing-Apps – Chancen

Die Corona-Pandemie hat uns richtig „am A…“. Bitte nicht unterschätzen und daran denken: Wir nutzen und profitieren im Augenblick von tollen technischen Fortschritten. Wir kommunizieren über Videokonferenzen, arbeiten aus dem Homeoffice, bestellen Waren online, Wissenschaftler nutzen Kommunikation und Künstliche Intelligenz um dem Virus Herr zu werden, die Intensivmedizin kann mit Beatmungsgeräten helfen. Alles technischer Fortschritt der mittlerweile alltäglich uns als selbstverständlich wahrgenommen wurde.

Wir können die „Contact-Tracing-Apps“ z. B.: unter der Verwendung der dezentralen Systeme wie DP-3T technisch entwickeln und dabei großen Nutzen für uns selbst (gesund bleiben) und die Gesellschaft (Wohlstand, Freiheit) erzielen. Und wir können am Beispiel dieser Anwendung die neuen und drängenden Themen wie Privatsphäre, Datenschutz, Transparenz des Quellcodes (Open Source), etc.. deklinieren und neue Standards schaffen.

Ich werde diese App nutzen. Genauso wie ich auch eine Schutzmaske über Mund und Nase tragen werde. Zu Ihrem und meinem Schutz. Punkt.

Links zum Thema:

Wikipedia – gute Einführung und Erklärung
https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirus-Tracking-App

Chaos Computer Club – 10 Prüfsteine für die Beurteilung von „Contact Tracing“-Apps
https://www.ccc.de/de/updates/2020/contact-tracing-requirements

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