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The Root Of All Evil: Der Bahn-Börsengang

Da sitz ich nun im Zug und erlebe eine „Langsamfahrstelle wegen Oberbaumängeln“ (O-Ton Schaffner). Das heißt im Klartext: Verspätung. Zu den so geannten „Oberbaumängeln“ gehören auch „Dachschäden“ und die kann man ja derzeit zu Haufe bei Der Bahn besichtigen:

Der Vorstand sahnt ab, der Verkehrsminister hat keine Ahnung (oder tut jedenfalls so – ziemlich erfolgreich). Der Vorstand  teilt dem Verkehrsminister via Presse mit was er von ihm hält, nämlich nichts und der Aufsichtsrat schließt sich an.

Mit solchen Oberbaumängeln sollte man nicht an die Börse gehen – das muss schief gehen. Dazu kommt: der Bilanzgewinn ist doch erkauft mit billigen Zügen, schwacher Qualität, ausgedünntem Service und aufgeblasener PR. Dünnes Eis, bzw. Oberbaumängel halt:

Die ICE-T-Pleite Anfang der 2000sender Jahre zwischen Nürnberg und Dresden. Der Schwachsinn mit der Preisreform (Analog der Fluglinien). Die wildgewordene Schaffnerin, die kürzlich das kleine Kind ausgesetzt hat. Die technischen Probleme mit den Achsen und Radreifen, etc., etc.,…

Liebe Leute: Die Bahn ist wichtig ist für unser Land. Die Bahn ist existentiell wichtig für ganz viele Menschen (für mich auch). Die Bahn gehört nicht in die Hände von Spekulanten. Die Bahn braucht ein engagiertes Management. Die Bahn braucht eine(n) gescheite(n) Aufsicht(srat). Die Bahn braucht einen starken Verkehrsminister. Die Bahn braucht eine gesellschaftspolitische Bedeutung und Aufgabenstellung: Mobilität für uns Bürger. Das muss die Vision sein und nicht die spinnerte Idee vom weltweiten Logistikkonzern.

Natürlich könnte man Die Bahn an die Börse bringen und dann in ein paar Jahren wieder zurückkaufen (müssen). Die Banker und das Investmentgesindel machen uns das doch gerade vor wie das geht. Der Traum von den weltweit agierenden Landesbanken ist grandios gescheitert, der Traum vom weltweiten Logistikkonzern wird genauso scheitern. Oder wie war das mit T-Online? Mit der Telekom? Auch Daimler hat das Chrysler wieder gestrichen. Oder die Post: „No, we can’t – Geld weg, Jobs weg, Renommee weg – die Deutsche Post hat mit ihrem US-Engagement ihr Waterloo erlebt. Jetzt hilft nur noch die Radikalkur…. Schuld an diesem Debakel ist die Hybris des damaligen Post-Chefs Klaus Zumwinkel. Er wollte einen Weltkonzern schmieden und mit dem Kauf des US-Expressdienstes Airborne die Post zum Global Player machen. Das Abenteuer endet leider tragisch – sowohl für die Beschäftigten wie für die Anleger.“ (Focus Online, 10.11.2008)

Liebe Regierung, liebe Volksvertreter: stoppen Sie den Börsengang, The Root Of All Evil. Wenn Sie das tun wird das Managementgesindel, das nur wegen der Knete dabei ist, ganz schnell und lautlos verschwinden… und dann kann wieder Stabilität und Konzentration auf die Arbeit einkehren: Millionen von Menschen anständig verläßlich von A nach B bringen. Ist das denn so schwierig zu begreifen?

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