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WEB 2.0 = Wegbereiter zur Demokratie 2.0!

Man kann diese Zahl (lesen Sie schnell den Artikel links) drehen wie man will. Ob man von links oder von rechts, schwarz oder rot, blutrot, grün oder gelb interpretiert, Fakt ist: das Interesse an Politik, an Wahlen, an gewöhnlichem politischen Engagement sinkt. Ende der Durchsage. Ist so. Schauen Sie sich um…

Wir könnten jetzt noch streiten, ob es an den studierten, aalglatten, PR-gedrillten, karriereoptimierten Polit-Freibiergesichtern oder den übriggebliebenen linksalternativen Bolschewiken oder an der Erderwärmung liegt.

Ich glaube, die Leute haben einfach das Gefühl: ich kleine Wurschthaut, auf mich kommt es eh nicht an – also dann: scheiss drauf.

Dabei entsteht gerade (noch eher unbemerkt) eine ganz andere, mächtigere Form der Demokratie, eine neue Form gelebter Öffentlichkeit. Menschen teilen sich mit, bewerten, empfehlen, schreiben, lesen, diskutieren, simsen, twittern und vernetzen sich. Zu den banalsten und wildesten Themen, in Mütter-Foren, Blogs, in Online-Zeitungen und Communities und Chats. DSL, Wireless und UMTS sei Dank!

Hier entdecken Menschen wieder das Gefühl: ich, ich mit meiner kleinen großen Meinung, so wie ich gebacken bin, mit dem was ich zu sagen habe, hier kann ich mich artikulieren. Hier steht es, lies es, setz dich damit auseinander! Gib mir ein Feedback! Ist das nicht großartig! Und das alles (noch) ohne Regulierung.

Anderes Beispiel: Poetry-Slam. Menschen stehen hin, tragen vor und lassen sich „bewerten“, jetzt auf der Stelle sofort. Supergut! Revolutionär. Noch ein Beispiel: Lehrer im Internet bewerten: na endlich – wer zensiert muss es sich gefallen lassen zensiert zu werden! Warum das nicht mit Politikern? Warum nicht die Stunts in den Fernsehtalkshows bewerten: gewonnen hat nach Zuschauerpunkten XY von den Richtigeren. Seine Plausibilitätswert: -5. Unterhaltungswert +3

Das wäre doch etwas ganz anderes, als in Wahlkampfveranstaltungen von Oberlehrerern streng nach den Ritualen geglätteter Rede-, Frage-, und Antwortstunden untertänigst Bürger zu spielen. 

Wie wär’s mit: hat sich überlebt, hat ausgedient, Profil runtergelutscht. Lasst uns etwas Neues machen! Was meinen Sie? Schreiben Sie mal, ab dann sind Sie dabei, bei der Demokratie 2.0! Mir macht das Spaß!

2 Kommentare

  1. Ja, schon richtig. Die Frage ist nur: Wie viele Menschen haben überhaupt was zu sagen, und wieviele davon WOLLEN überhaupt das, was sie zu sagen haben, tatsächlich sagen. Viele haben vielleicht einfach keine Zeit, keine Lust, sind technisch unbegabt oder von vorneherein so WICHTIG, dass sie ohnehin vieles gestalten können und damit auf das bisschen Bloggerei locker herabschauen können.

  2. Hermann Hohenberger 23. Juli 2008 um 23:40 Antworten

    Es wird sich weisen, sagt der Oberfranke… Spass beiseite, berechtigte Fragen und Zweifel. Ich bin halt ein Optimist und würde es mir wünschen, dass uns mehr gelingt. Und dazu will ich meinen Teil beitragen. Kollege Gerlach macht es ja auch… 😉

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