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Pin it, Baby – Urheberrecht im Trommelfeuer

Pinnen, sharen, twittern, posten, quoten & liken… das Urheberrecht ist schon eine arme alte Sau. Es wird grad mächtig von einigen respektlosen „Nerds“ durch das „global village“ getrieben. Mein lieber Schwan. pinterest.com, quote.fm und andere Plattformen ermöglichen massenweise Urheberrechtsverstöße. Was ist da los?

Ich habe nachgedacht, Heureka und Sie mögen mich also bitte bei einer Betrachtung verschiedener Aspekte begleiten. Es wird sich a) rentieren und b) auch noch Spaß machen und c) Ihnen vielleicht eine Idee geben, wie Sie selbst mit ihren „Inhalten“ umgehen können.

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Kürzlich habe ich einen Artikel kommentiert. Der Titel des Posts ist „Ein Lebenszeichen„. Kurz darauf bekam ich diesen Google-Alert.
Google Alert zum Blog-Kommentar vom Hermann Hohenberger
Ein Kommentar-Crawler hat diesen schönen Unsinn verzapft. Es entsteht ein wenig der Eindruck, das „Lebenszeichen“ wäre von mir geschrieben worden?! Aber über so kleine Fische darf man sich schon gar nicht aufregen.

Daraus folgt: Was im Internet veröffentlicht wird wird kopiert. Alle Daten werden von Crawlern gesammelt (allen voran Google) und in verschiedenen Zusammensetzungen wieder publiziert, wieder gecrawlt, etc. Das ist der Content-Kreislauf (des Lebens) und auch wenn der Google-Tanz(Panda)bär steppt, solange man mit solchen Geschichten via Adsense und anderen Werbeprogrammen Geld verdienen kann wird das gemacht werden.

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Ich bin im Neben(?!)job WebMaster, SEO und Social Media Worker für www.margit-hohenberger.de, target keyword: Keramik Kunst. Anfang Dezember bekamen wir ein E-Mail von einer gewissen Praktikantin Thyra von pinspire.de. Dem Pinterest-Klon aus Berlin, Firmensitz Italien?! Thyra fragte scheinheilig an, es sei ein Foto von www-margit-hohenberger.de „gepinnt“ worden und ob wir etwas „dagegen“ hätten.

Also: zuerst habe ich mich furchtbar geärgert. So nach dem Motto: Mein Inhalt! Mein geistiges Werk! Mein Foto! Diebe! Bauernfünfer! Rettungschirmbanker! Mit meinen Bemühungen Geld machen! Glücklicherweise habe ich mich daran erinnert, dass 5% auf der Welt eh Lumpen sind. Das ist so und wird auch so bleiben. Als nächstes kam auch die Erkenntnis, dass dagegen wahrscheinlich kein Kraut gewachsen ist. Dagegen sein ist eh so mühsam. Den wirklichen Brandstiftern kannst du nur schwer an den Karren fahren.

Also, wenn du eine Hand nicht abschlagen kannst, dann ergreife sie. Was wäre, wenn ich die Inhalte, die ich erzeuge und zur „Ansicht“ (und Einsicht) ins „Netz“ stelle als Giveaway betrachten würde. Wie Werbekugelschreiber.

Diese Stifte werden in Massen produziert und verschenkt. Manchmal auch benutzt. Dann sieht die Welt ganz anders aus. Die „Brandstifter“ verbreiten meine „Inhalte“ (wo bleibt denn jetzt der Crawler, zum Kuckuck) und viele Gehirne (Ihres auch gerade) werden infiziert.

Und die Nutzer „pinnen“ und „repinnen“ unsere Fotos und die Besucher kommen (habe gleich den „Pin-Button“ auf www.art-ceramic-pottery.com eingebaut… 🙂 ).

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Flipboard. Diese wunderbare App macht aus Twitter, Facebook, RSS-Feeds via Google-Reader ein ansehnliches Magazin. Ein augenfreundliches Layout! Und die Brüder dort bedienen sich einfach der Inhalte (im Auftrag des Nutzers), nehmen die Werbung teilweise raus und bauen auch schon mal selbst aquirierte Werbung ein. Ober-Oberschlau. Gefällt mir!
Flipboard für iPad

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Aber es kommt noch dicker: Piotr Czerski, philosophischer Urheberrechst-Basher, hat die Haltung der „Wir, die Netz-Kinder“ also der Nutzer drastisch und sehr poetisch auf den Punkt gebrach (DIE ZEIT).

„Noch etwas: Wir wollen nicht für unsere Erinnerungen bezahlen… Wir finden im Netz die Filme, die wir als Kinder gesehen haben und wir zeigen sie unseren Kindern, genauso wie ihr uns die Geschichte von Rotkäppchen oder Goldlöckchen erzählt habt. Könnt ihr euch vorstellen, dass euch jemand deswegen anklagt, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben? Wir auch nicht.“ (Piotr Czerski)

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Liebes Urheberrecht: Du musst jetzt ganz tapfer sein. Du wirst in deiner bestehenden Form abgeschafft – und zwar von unten. Von den Nutzern, die dich einfach nicht mehr akzeptieren wollen. Stell dir vor, es ist Krieg – und keiner geht hin. Stell dir vor, es ist Rechts und alle machen Links.

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Liebe Brandstifter: schafft technische Lösungen dich ich in meine Seite einbauen kann, damit ich die Inhalte, die ich nur zum anschauen mache, nicht gestohlen werden können. Pinterest hat den Anfang gemacht:

<meta name=”pinterest” content=”nopin”>

Das ist sicher noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ein Anfang.

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Liebe Mashup-Schmarotzer: bitte verlinken, mit dofollow und Ankertext. Geben und nehmen, ok?

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Liebe Inhalte-Schaffende, Fotografen, Schreiber, Filmer: macht Give-Aways und lasst euere Botschaft verbreiten. Alles Gute kommt zurück.

Alles Gute!

PS: Please copy, paste, link, quote, pin, repin, share, mail… egal, aber bitte zackig jetzt!

1 Kommentar

  1. Klasse Beitrag,
    mir gefällt das Bild des Werbekulis. Und warum nicht die Verbreitung via Sozialer Medien per technischer Lösung wie Meta-Tags aussteuern. Da ist noch viel Raum für Innovation.

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