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Haruki Murakami: wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede

Haruki Murakami: Wovon ich rede wenn ich vom Laufen rede!Der – für mich – wichtigste Satz in Haruki Murakamis autobiografischem Laufbuch steht gleich am Anfang:

„Vielleicht hat es etwas mit Pedanterie zu tun, aber ich kann viele Dinge nur begreifen, indem ich meine Gedanken zu Papier bringe. Ich muss verfassen um zu erfassen.“

Geht mir auch so. Haruki und ich müssen schreiben um zu begreifen. Das gefällt mir, einen so prominenten Gleichgesinnten zu haben. Spässle. Manche laufen einfach, andere denken darüber nach. Viele wollen wissen wie es den anderen beim Laufen geht; abseits von Herzfrequenzen, Achillessehnen-Problemen und Trainingsplänen. Und darüber geht es in dem Buch. Warum läuft er, was bringt es im, womit hadert er, was löst es in ihm aus?

Haruki Murakami beschreibt über einen Zeitraum von etwa 2 Jahren seine Laufergebnisse und blickt auf wichtige läuferische (erster Marathon) Ereignisse zurück. Er stellt den Zusammenhang mit seiner Arbeit und seinem Lebenslauf her. Das liest sich fast schwerelos, wie ein Roman im leichten Joggingtempo. Haruki Murakami Style, nicht immer so festgelegt, bissle naiv, bissle nett, mäandern fällt mir noch ein.

Hermann H. läuft...Warum lese ich über das Laufen? Weil ich wissen will woran Menschen denken, wenn sie laufen. Murakamis Antwort:

„An kalten Tagen denke ich ein bisschen an die Kälte und an heißen Tagen an die Hitze. Wenn ich traurig bin, denke ich an die Traurigkeit, und wenn ich froh bin, an die Freude. Oder es kommen mir – ich schrieb es schon – irgendwelche belanglosen Erinnerungen an früher. Hin und wieder (ganz selten) taucht eine Idee für einen Roman in meinem Kopf auf. Doch abgesehen davon denke ich wirklich so gut wie nichts.“

So ganz nehme ich ihm das nicht ab, schreibt er auf den folgenden Seiten, dass er quasi dauernd Musik beim Laufen hört. Anyway, die Gedanken sind ja frei und ich für meinen Teil bin mit meinen Gedanken beim Laufen mal hier und mal da.

Apropos hier und da. Patrick „Pat“ Farmer ist vom Nord- zum Südpol gelaufen. Schlappe 21.000 Kilometer, ca. 80 Km am Tag. Patrick Farmer, Pole to Pole Run. Seine Meinung:

„Es ist doch so: Jeder, der mal einen Marathon gelaufen ist, realisiert, dass er die größten Hindernisse überwinden kann. Und das hilft ihm im Alltag.“

Guter Gedanke, oder? Noch einer: wenn du läufst ist irgendwo auf der Welt auch jemand unterwegs. Vielleicht sogar Haruki oder Pat – daran werde ich denken.

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