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Facebook verliert Nutzung (=Bedeutung) in USA – what’s up?

Achtung F!Amerikaner, Kanadier und Briten nutzen Facebook nicht mehr so häufig. In den USA: Anfang Mai 155 Millionen aktive Nutzer – Ende Mai: 149 Millionen. Das meldet SPIEGEL ONLINE. Immerhin 4% weniger. Na, was ist das denn?

Ich würde so gerne einmal in das Analyse-Konto von Facebook schauen. Was mag da los sein?

Vielleicht haben die weniger Referrals von Google bekommen oder einen SEO-Bug nicht bemerkt. Oder ist das Wetter zu schön, die Basketballspiele zu aufregend oder haben die langjährigen Nutzer einfach die Schnauze voll und geben weniger Banales von sich.

Vielleicht ist es aber eine Finte um den IPO zu drücken. Die angestrebte Bewertung von Facebook liegt bei über 100 Mrd. Dollar. Und wer will die schon zahlen, wenn die Nutzung zurück geht. Denn um die Summe geht es beim geplanten IPO im Frühjahr 2012.

Facebook and Goldman might want to hurry, though: The social network’s growth is apparently slowing down. Mashable.com

Aber ist das so schlimm, wenn die Leute weniger facebooken? Ich glaube ein kleiner Dämpfer würde die ganze Diskussion versachlichen. Facebook ist ein fantastisches Phänomen und Gebilde mit guten Chancen für die Vernetzung der Welt. Und davon bin ich fest überzeugt: je vernetzter wir sind, desto friedlicher werden wir miteinander umgehen.

Allerdings gehört dazu auch, das soziale Netzwerk auf seine Funktion, seine Bedeutung und seine Fehlfunktionen zu beleuchten. Auch das ist Facebook: gefakte Accounts die gehandelt werden um Pages gut dastehen zu lassen, schlechte Performance bei Abverkaufswerbung und eine Entwertung des Datenschutzes wie wir sie noch nie erlebt haben.

Aber vielleicht erledigt sich das alles von selbst. Durch gelangweilte Nutzer bei Facebook – und diese Worte hier haben du/sie gerade nicht auf Facebook gelesen. Gutes Zeichen oder? 😉

 

4 Kommentare

  1. Bei der Größe wird der Beduetungsverlust noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Auch ist das Potential sicher noch nicht ausgeschöpft.

    Allerdings, und das ist meine persönliche Wahrnehmung, stellen sich bei jedem noch so enthusiastischen Medienkonsumenten irgendwann Ermüdungserscheinungen ein. Und schließlich: das Networken im echten Leben ist allweil spannender.

  2. Grenzenloses Wachstum? Das wird auch an anderen Stellen derzeit in Frage gestellt.

    Ich teile die Einschätzung von f_wenz, dass sich der Selbstzweck "Mitteilung um jeden Preis zu jeder Zeit an jedem Ort" derzeit deutlich beruhigt.

    Auch hier gilt die Gleichung: Aufwand und Ertrag – spätestens wenn man sich fragt, wer die Hälfte der FB Freunde denn gleich noch einmal waren, überholt sich das System selbst …

    Vielleicht auch eine Erfahrung bei FB! Ergo: IPO schnell durchziehen und abschöpfen. Sonst platzt bald die nächste Blase ;-))

  3. Persönlich finde ich die Kommentare über den Rückgang der Facebook Nutzung verfrüht. Ebenso die mögliche Schlußverfolgerung aus den Zahlen. Denn vielleicht sind es auch gar nicht die dienstältesten Nutzer, die weniger facebooken, sondern vielleicht jene, die neu dazukamen. Die Latelatelate-Adopter, die eh schon skeptisch waren, sich anmeldeten und nun zu dem Ergebnis kommen, dass Facebook nichts für Sie ist (oder es auch reicht, wenn man mal alle paar Monate sich einloggt). Man weiß es nicht. Reine Spekulation. Ich würds halten wie mit der Rezession, die ruft man auch nicht gleich aus, wenn in einem Quartal das Wachstum ausbleibt, gar ein Minuswachstum (sic) herscht. Nein, die negative Entwicklung über zwei Quartale sollte es schon sein. Auf FB übertragen: Erst wenn in den USA über einen längeren Zeitraum hinweg der Trend nach unten geht, dann kann man sich mal Gedanken machen, obs mit Facebook bergab geht und die Gretchenfrage stellen: Nun sag, wie hast Du's mit Facebook?

    • Hermann Hohenberger 16. Juni 2011 um 21:58 Antworten

      Hallo Herr Krist. Danke für Ihre Ausführung. Finde die Anmerkung sehr wertvoll. Manchmal lass ich mich auch hinreißen und orakle vor mich hin. Ganz offen, ich weiß nicht wie ich es mit Facebook halten soll. Ich mache mit – auch aus beruflichen Gründen – aber ich habe ein Unbehagen… vielleicht hat mich das motiviert dieses erste kleine Anzeichen so zu deuten. Danke für die Einordnung!

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